Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Parodontitis (Zahnbettentzündung) sind entzündliche Reaktionen des Gewebes, ausgelöst durch Plaque-Bakterien
und ihre Stoffwechselprodukte, die ober- und unterhalb des Zahnfleischrandes liegen. Bei der Parodontitis können auch Erbanlagen, Immunsystem, Allgemeinerkrankungen und lokale Mitverursacher in der Mundhöhle (z.B.: Zahnstein, überstehende Füllungs- und Kronenränder, Zahnersatz) beteiligt sein. Eine Parodontitis entsteht, üwenn Zahnbelag (Plaque) nicht regelmäßig entfernt wird. Je älter diese Plaque wird, desto mehr ükrankheitsverursachende Bakterien siedeln sich an. Es kommt zur eitrigen Entleerung aus den üZahnfleischtaschen sowie zur Rötung und Verdickung des Zahnfleisches bei zunehmender üBlutungsneigung. Diesen Zustand nennt man Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Eine Gingivitis ist ümeist der Beginn einer Parodontitis, die sich in Rötung, Schwellung, Blutungsneigung und üvertieften Zahnfleischtaschen äußert. Wird die Erkrankung nicht behandelt kommt es zum Zahnfleischrückgang, zur Zahnlockerung mit nachfolgendem Zahnausfall und auch zu Kieferknochenschwund. Anzeichen für eine entzündliche Veränderung des Zahnfleisches, dem Vorläufer für Parodontitis, sind rötliches bis bläuliches, geschwollenes und leicht blutendes Zahnfleisch. Die girlandenförmige Anlagerung am Zahn, die rosa, leicht getüpfelte, straffe Oberfläche, die gesundes Zahnfleisch ausmacht, fehlt. Häufig besteht Berührungsempfindlichkeit oder es bilden sich Zahnfleischtaschen. Oft sind eine eitrig-blutige Sekretion aus dem Zahnfleischraum oder eine Abszessbildung Hinweis auf eine Taschenbildung zwischen Zahn und Zahnfleisch. Funktionsstörungen im Kausystem und Störungen im allgemeinen Stoffwechsel können den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Es werden 5 Verlaufsformen der Parodontitis unterschieden: - Erwachsenenparodontitis
Sie tritt aufgrund unzureichender Mundhygiene im Alter von 45-50 Jahren auf und macht ca. 80% aller Parodontalerkrankungen aus - Juvenile Parodontitis
Sie verursacht tiefe parodontale Schäden, meist an den mittleren Schneidezähnen und an Backenzähnen (bis zu 2% aller Parodontalerkrankungen) - Rasch fortschreitende Parodontitis
Sie betrifft 25-30Jährige und entwickelt sich aus einer unbehandelten juvenilen Parodontitis (bis zu 5% aller Parodontalerkrankungen) - Parodontitis bei schweren Allgemeinerkrankungen oder als Begleiterkrankung medikamentöser Behandlungen
- Sog. Rezessionen mit lokalem oder auch generellem Rückgang des Zahnfleisches
Sie entsteht u.a. durch eine falsche Zahnputztechnik Häufige Ursachen - Zahnstein und Plaque
- Karies unter dem Zahnfleischrand
- Schlecht angepasste Prothesen
- Zähneknirschen
- Zu harte Zahnbürsten
- Kaufunktionelle Störungen
- Stoffwechselstörungen
- Medikamentenwirkung
- Hormonumstellung (z.B. bei Schwangerschaft, im Klimakterium)
- Stress und Anspannung
Hilfe/Vorbeugung - Gründliche Reinigung der Zähne, Zahnzwischenräume und Zahnfleischtaschen, um Zahnbelag, Zahnstein und Karies vorzubeugen
- Fluorhaltige Zahnpasten
- Weniger harte Zahnbürste, Zahnseide und Munddusche
- Sorgfältige Pflege dritter Zähne
- Spülung des Zahnfleischs mit desinfizierenden und entzündungshemmenden Lösungen (z.B. mit Salbeiextrakt, Kamillenextrakt, Hexetidin oder PVP-Iod Mund-Antiseptikum) - s. auch Mundschleimhautentzündung
- Regelmäßig zum Zahnarzt, um Zahnstein entfernen zu lassen
- Regelmäßige Zahnarztbesuche zur Kontrolle und Behandlung des Zahnfleisches, um Zahnfleischentzündungen und Parodontose vorzubeugen
Ärztliche Hilfe Bei Zahnfleischtaschen oder häufigem Zahnfleischbluten |