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Die wichtigsten Laborwerte |
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Beschreibung der Laborwerte
Jedes Labor besteht neben einer Reihe weiterer Spezialabtei-lungen aus mindestens zwei Bereichen: - Klinisch-chemische Abteilung für Laboruntersuchungen aus Serum und Urin
- Hämatologische Abteilung zur Beurteilung der Zusammensetzung des Blutes , der Verteilung der einzelnen Blutbestandteile und der Gerinnung
Für ein besseres Verständnis erklären wir Ihnen nachfolgende Begriffsinhalte: - Normalwerte
Der Begriff ``Normalwert'' ist unpräzise, da letzt-lich niemand festlegen kann, was ``normal'' ist. Deshalb wird heute im Allgemeinen die Bezeichnung ``Referenzwert'' gebraucht. Bei einigen Laborwerten kommt es lediglich darauf an, fest-zustellen, ob der gesuchte Stoff existiert (positiv) oder nicht (negativ). Meist ist ``positiv'' eher ungünstig, weil damit eine krankhafte Veränderung an-zeigt wird. Allgemeingültige Aussage, ob ein Wert ``krank'' bedeutet oder nicht, gibt es nicht. Dazu muss vorab geklärt sein, wie die Werte bei einem repräsentativen Querschnitt durch die gesunde Bevölkerung aussehen. Dann erst kann rechnerisch ein sog. Referenzbereich ermittelt werden, in dem aller Voraussage nach die Werte der meisten gesunden Menschen liegen werden. Achtung: Bei einigen Laboruntersuchungen bedeuten bereits geringe Abweichungen Lebensgefahr (Digitalis), bei anderen können mehrfache Erhöhungen der Werte harmlos sein - fragen Sie dahingehend Ihren Arzt.
- Einheiten
Laborwerte werden in unterschiedlichsten Ein-heiten angegeben. Wichtig ist die Unterscheidung in SI (Standard international) und mg/%. Die Einheit ist der Zusatz hinter jeder Zahl, der angibt, um welche Vergleichsmengen es sich handelt: 60 mg/dl heißt z.B., dass vom gesuchten Stoff 60 Milligramm pro Zehntel Liter (dl) gemes-sener Flüssigkeit vorhanden sind. Andere Einheiten geben die Aktivität an, so z.B. bei Enzymen: gemessen wird, wie schnell ein Enzym eine spezielle Substanz umbauen kann. Die Maßeinheit ist U/l (Units = Einheiten pro Liter).
- Qualitäts- und Sicherheitskontrollen
Im gesamten Prozess der Laborbestimmungen ist der Arzt der einzige, der den Patienten kennt und beurteilen kann, ob ein Wert überhaupt zu den Beschwerden und zum Befinden seines Patienten passt. Insofern stellt das Labor sozusagen ein wichtiges Hilfsinstrument für den Arzt dar. Laborwerte werden mit hochkomplizierten Geräten erstellt, die genau kontrolliert werden müssen. Alle Ergebnisse werden im Labor nach ``Ausreißern'' (besonders hohe oder niedrige Werte) kontrolliert und mit Vorwerten des Patienten verglichen. Liegen Ergebnisse außerhalb des Referenzbereichs, werden die Bestimmungen sofort wiederholt ("Doppelbestimmung"). Daneben besitzen gute Arztpraxen ein ``Präsenz-Labor'', mit dem akute Erkrankungen erkannt bzw. ausgeschlossen werden können (z.B. Herzinfarkt, Blinddarmentzündung). Bei Analyseautomaten sind Kontroll-Lösungen vorgeschrieben, die eine bekannte Konzentration der Substanz, auf die auch die Patientenproben untersucht werden, enthalten. Die gemessenen Werte der Kontroll-Lösungen müssen in vorgegebenen Bereichen liegen. Wenn dies nicht der Fall ist, dürfen keine der folgenden Patientenwerte verwendet werden. Weiterhin werden externe Kontrollen mit Hilfe von ``Referenzlabors'' durchgeführt, ohne dass die Beteiligten im geprüften Labor wissen, welche Werte erwartet werden. Liegt ein Wert außerhalb des vorgegebenen Bereichs, so darf das geprüfte Labor diese Bestimmung erst dann wieder an Patientenmaterial durchführen, wenn weitere Blindproben korrekt gemessen wurden. |