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Fitness - In jedem Alter

Sport für Kinder

Wie oft werden auf Bildern Kinder gezeigt, die fröhlich spielen, durch Park und Garten toben oder sich mit dem Fahrrad auf den Weg zu Freunden machen. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus: Ein großer Teil der Mädchen und Jungen bekommt viel zu wenig Bewegung. Das liegt zum einen daran, dass Eltern (oft nicht ganz unbegründete) Bedenken haben, ihr Kind ohne Aufsicht draußen herumtoben zu lassen, zum anderen aber auch an der Tatsache, dass viele Kinder zu viel Zeit vor dem Fernseher verbringen oder sich mit Computer und Gameboy vergnügen.

Kinder, die sich wenig bewegen, werden faul und lethargisch. Wenn sie dagegen auf die richtige Art und Weise an eine Sportart herangeführt werden, ist die Grundlage für eine dauerhaft gesundheitsbewusste Lebensweise gelegt.

Die Vorteile körperlicher Aktivität

Kinder sollten etwa ab dem zweiten Lebensjahr zu regelmäßiger körperlicher Betätigung angehalten werden. Bewegung unterstützt die gesunde Entwicklung von Knochen, Muskeln und Gelenken und bringt langfristig eine Menge anderer Vorteile mit sich, die man schätzen lernt, wenn man älter wird. Sport im Kindesalter

-hilft, das Gewicht zu kontrollieren

-senkt den Blutdruck

-trainiert das Herz-Kreislauf-System

-wirkt sich positiv auf die Stimmung aus

-fördert das Selbstvertrauen

-ist eine gute Grundlage für körperliche Aktivität im Erwachsenenalter

-verbessert Haltung und Körperbau

-steigert die Selbstdisziplin

Der Beginn eines Trainingsprogramms

Kinder befinden sich anatomisch, physisch und psychisch noch in der Entwicklung. Ein Trainingsprogramm muss deshalb sehr gut durchdacht sein und den speziellen Anforderungen gerecht werden. Sicherheit hat dabei oberste Priorität. Berücksichtigen Sie Alter, Geschlecht und die Interessen des Kindes, bevor sie sich für eine Sportart entscheiden. Beziehen sie das Kind aktiv in die Entscheidung ein.

Kinder im Vorschulalter (2-5 Jahre) lassen gerne ihrer Phantasie freien Lauf. Sie spielen z.B. Geschichten nach, denken sich Abenteuer aus und imitieren wilde Tiere oder Märchenfiguren.

Schulkinder (6 bis 12 Jahre) beginnen damit, sich an ihren Altersgenossen zu orientieren. Für sie bieten sich daher Gruppensportarten von Gleichaltrigen. Diese fördern Teamgeist und sportliches Verhalten und können ein Gegengewicht zum übertriebenem Wettkampfdenken bilden.

Als Mütter und Väter sind Sie für Ihr Kind die wichtigsten Vorbilder. Gehen Sie deshalb mit gutem Beispiel voran und treiben Sie selber Sport. Regelmäßiges Training fällt viel leichter, wenn die ganze Familie zusammen aktiv ist.

Regeln für das Training

Körperliche Aktivität für Vorschulkinder sollte spielerischen Charakter haben, wobei der sportlicher Charakter der Spiele natürlich Voraussetzung ist. Einen guten Rahmen bieten oft der Sportunterricht in der Schule und die Angebote von Vereinen. Auch die Mitarbeit in Haushalt und Garten sowie Freizeitaktivitäten wie Wandern und Radfahren stellen gute „Trainingsmöglichkeiten“ dar und können ausreichend Spannung und Spaß bieten. Da die Interessen von Kindern sehr schnell wechseln können, sollten die Spiele und Sportarten abwechslungsreich sein.

Training für Muskulatur und Skelettsystem

1. Krafttraining ist für Vorschulkinder wenig geeignet. Spaß und Bewegung sollten im Vordergrund stehen. Daher sind Sportarten mit einfachen Bewegungsmustern wie Wandern, Laufen, Radfahren oder Rudern, die v.a. die großen Muskelgruppen fordern, zu bevorzugen.

2. Gehen Sie mit Ihren Kindern auf den Spielplatz! Klettern stärkt die Muskulatur von Ober- und Unterkörper, Spiele im Sandkasten trainieren die Feinmotorik und Schaukeln hat positiven Einfluss auf Gleichgewichtssinn und Körperbeherrschung.

3. Auch Schulkinder sollten sich zunächst an Sportarten halten, deren Bewegungsabläufe leicht zu erlernen sind. Neben Wandern, Laufen, Radfahren und Rudern kommen auch Ballspiele, Seilspringen und Schwimmen in Frage.

4. Zeigt ein Kind im Schulalter Interesse an strukturierterem Training, so bieten sich Übungen mit Gymnastikstäben und leichten Hanteln (0,5 bis 5 kg) an. Jede Trainingseinheit sollte 25 bis 30 Minuten dauern und ein Aufwärmen sowie abschließende Dehnungsübungen umfassen.

5. Krafttraining soll für Schulkinder nicht an direkt aufeinander folgenden Tagen oder öfter als zweimal in der Woche stattfinden. Achten Sie darauf, dass Umfang und Intensität der Übungen nicht um mehr als 10% pro Woche gesteigert werden. Lassen Sie sich von einem professionellen Fitnesstrainer hinsichtlich geeigneter Übungen, Intensität und korrekter Technik beraten.

Training für Beweglichkeit und Körperbeherrschung...

1. ...sollte in jedem Alter dazugehören. Gut geeignet sind Ballsportarten oder Hockey. Stellen Sie auch hier den Spaß in den Vordergrund. Zu komplizierte Übungen werden von den Kindern nicht oder nur ungerne angenommen. Üben Sie keinen Druck aus und verlangen Sie nicht zuviel!

2. Entsprechende Sportarten sollten ein- bis dreimal wöchentlich betrieben werden.

3. Denken Sie auch an Dehnungsübungen. Sie verbessern die Beweglichkeit, senken das Verletzungsrisiko und werden am besten dann durchgeführt, wenn die Muskulatur gut aufgewärmt ist.

Training für Ausdauer und Kondition

1. Vorschulkinder können ihre Ausdauer z.B. durch Wandern, Laufen, Hüpfen, Tanzen, Radfahren oder Rudern trainieren. Auch das sollte alles „spielerisch“ präsentiert werden. Schlüpfen Sie einmal in die Rolle von Kaninchen, Löwe oder Rennauto und organisieren Sie eine Schnitzeljagd im Wald. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

2. Das Spektrum geeigneter Sportarten wird größer, wenn die Kinder älter werden. Schulkinder können auch In-Line-skaten oder Tennis, Basketball und Fußball spielen.

3. Das Spielen/Training sollte jeweils 20 bis 30 Minuten dauern und an drei bis fünf Tagen in der Woche stattfinden. Am Anfang reichen auch 10 Minuten aus; wenn Ihr Kind regelmäßig aktiv ist, wird es die Dauer von selber steigern.

4. Achten Sie besonders am Anfang darauf, Ihr Kind nicht zu überfordern. Ausdauer und Kondition sollen sich allmählich verbessern. Ein langsamer Beginn während der ersten fünf Minuten des Trainings empfiehlt sich auch für Kinder.

5. Achten sie darauf, Tempo und die Intensität über die letzten fünf Minuten des Trainings langsam zu reduzieren. Die Durchblutung der Muskulatur wird dadurch allmählich gesenkt, der Körper kann zur Ruhe kommen.

6. Besorgen Sie sich auch Trainingsanleitungen in Form von Videobändern oder Büchern, die sich speziell an Kinder richten.

Vorsicht!

1. Krafttraining mit schweren Gewichten ist für Kinder absolut ungeeignet. Das Skelettsystem befindet sich noch in der Entwicklung und ist für große Lasten nicht ausgelegt.

2. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genug trinkt. Der Wasser- und Temperaturhaushalt ihrer Schützlinge ist sehr empfindlich. Störungen treten viel schneller auf als beim Erwachsenen. Während des Trainings sollte ein Kind alle 15 bis 20 Minuten ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

3. Beachten Sie die Sicherheitsvorkehrungen für die verschiedenen Sportarten. Bestehen sie auf entsprechender Ausrüstung (Helme, Knieschützer...).

4. Beaufsichtigen Sie Ihre Töchter und Söhne, wenn es sich um Aktivitäten mit Verletzungsrisiko handelt. Stürze vom Klettergerüst sind im Kindesalter z.B. eine der häufigsten Ursachen von Knochenbrüchen.

5. Es ist für Kinder viel besser, mehrere Sportarten im Wechsel zu betreiben, als den Körper nur einseitig zu belasten. Negative Auswirkungen, z.B. Ermüdungsbrüche von Knochen, können so vermieden werden.

6. Ab einem Alter von etwa fünf Jahren sollten Sie Ihr Kind ärztlich untersuchen lassen. Vielleicht gibt es Faktoren, die bestimmte Sportarten besonders geeignet oder ungeeignet erscheinen lassen.

7. Es ist nicht notwendig, bei Kindern die Pulsfrequenz zu messen, für sie gelten ohnehin je nach Alter andere Richtwerte als für Erwachsene. Wenden Sie sich im Zweifel an Ihren Arzt.

 
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